Die Arzneimittelpreisverordnung regelt die Preisbildung für verschreibungspflichtige Fertigarzneimittel in Verbraucherpackungen sowie für in Apotheken oder von Tierärzten hergestellte Arzneimittel mit Apothekenabgabepflicht. Sie bestimmt die Zuschläge des Großhandels an Apotheken, die Apothekenzuschläge bei der Abgabe an Endverbraucher sowie die Preise besonderer Leistungen, etwa Notdienst- und BtM-Gebühr. Im mündlichen 3. Staatsexamen stehen typischerweise die Geltung und Ausnahmen, die konkreten Zuschlagsformeln sowie die Sonderregeln für Rezepturen und parenterale Zubereitungen im Vordergrund. Diese Seite ordnet den Stoff entlang der drei Blöcke Geltung, Fertigarzneimittel sowie Stoffe, Rezepturen und Sonderbeträge und verweist von jedem Prüfungsblock auf die zugehörigen Karteikarten. Die zentralen Inhalte zur AMPreisV lernst Du auf pharmatorium prüfungsnah mit kostenlosen Karteikarten.
Die AMPreisV ist eine Rechtsverordnung auf Grundlage einer Ermächtigung im AMG und regelt Preisspannen und Zuschläge bei der Abgabe verschreibungspflichtiger Arzneimittel. Sie gilt für verschreibungspflichtige Fertigarzneimittel in Verbraucherpackungen sowie für in Apotheken oder von Tierärzten hergestellte Arzneimittel mit Apothekenabgabepflicht. Sie regelt Zuschläge bei der Abgabe durch Großhandel an Apotheken oder Tierärzte sowie Zuschläge und besondere Leistungen bei der Abgabe durch Apotheken. Für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel gilt sie nicht. In bestimmten Konstellationen – etwa bei Krankenhausapotheken, bei Abgaben an Krankenhäuser und gleichgestellte Einrichtungen, bei bestimmten Impfstoffabgaben, bei Dialysearzneimitteln, bei entnommenen Teilmengen und bei Fertigarzneimitteln in parenteralen Zubereitungen – gelten die Apothekenzuschläge nicht.
Im mündlichen Examen verläuft die Entscheidungskette typischerweise vom Anwendungsbereich über die Abgabestufe bis zur konkreten Zuschlagsberechnung: Fällt das Arzneimittel überhaupt unter die AMPreisV? Greift eine der Ausnahmen nach § 1 Abs. 3 bis 4? Welche Zuschläge erhebt der Großhandel nach § 2, welche die Apotheke nach § 3 und welche Sonderregeln gelten für Stoffe, Rezepturen, parenterale Lösungen und für Notdienst- oder BtM-Abgaben?
Anwendungsbereich und Ausnahmen
Großhandels- und Apothekenzuschläge bei Fertigarzneimitteln
Preisbildung bei Stoffen, Rezepturen und parenteralen Zubereitungen
Notdienstgebühr und BtM-/T-Rezept-Gebühr
Die folgenden Themen- und Prüfungsblöcke greifen die Schritte der Preisbildung von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln auf und verweisen auf die zugehörigen Karteikarten.
Zweck und Anwendungsbereich
Die AMPreisV legt Festzuschläge für verschreibungspflichtige Arzneimittel im Großhandel und in der Apotheke fest. Sie sichert bundeseinheitliche Preise im GKV-Bereich.
Großhandelszuschläge
§ 2 AMPreisV regelt einen degressiven prozentualen Zuschlag plus Festbetrag auf den Herstellerabgabepreis. Ziel ist die Gegenfinanzierung der Großhandelslogistik.
Apothekenzuschläge Fertigarzneimittel
Für Rx-Fertigarzneimittel gilt nach § 3 AMPreisV ein fester Festzuschlag plus prozentualer Anteil und Packungsbeitrag. Ergebnis ist der bundeseinheitliche Apothekenabgabepreis.
Rezepturzuschläge
§ 5 AMPreisV regelt die Berechnung individueller Rezepturen über Substanz-, Gefäß- und Arbeitspreise. Hinzu kommt ein Rezepturzuschlag je Zubereitungsform.
Ausnahmen nach § 1 Abs. 3 und 4
Bestimmte Konstellationen wie Tierarzneimittel oder Selbstabholung durch Heime sind vom Geltungsbereich ausgenommen. Die Abgrenzung ist klausurrelevant, weil sie über die Preisbindung entscheidet.
Notdienstzuschlag und Btm-Zuschlag
Der Notdienstzuschlag (§ 7 ApoG iVm. § 18 ApBetrO) fließt in einen Fonds zur Finanzierung der Dienstbereitschaft. Der BtM-Zuschlag nach § 7 AMPreisV vergütet den erhöhten Dokumentationsaufwand bei Betäubungsmitteln.
Rabattverträge und Erstattungspreise
Im GKV-Kontext überlagern Rabattverträge nach § 130a SGB V den Apothekenabgabepreis. Für die Abgabe gilt die wirtschaftliche Abgabepflicht nach Rahmenvertrag.
Preisspannenverordnung im Kontext
Die AMPreisV ist in das System von SGB V, ApoG und Rahmenvertrag eingebettet. Prüfungsrelevant ist das Zusammenspiel mit Zuzahlungen, Festbeträgen und Abrechnungsregeln.
Berechnungsbeispiele
Klassische Aufgaben verlangen die Berechnung des Apothekenabgabepreises aus Herstellerabgabepreis über Großhandelsstufe bis zur Apothekenstufe. Geübt werden müssen Rechenweg und Zwischenschritte.
Klausurrelevante Sonderfälle
Typische Fallstricke sind parenterale Zubereitungen, Importarzneimittel und die Behandlung von Hilfstaxen. Solche Sonderkonstellationen werden im Staatsexamen regelmäßig abgefragt.
Für welche Arzneimittel und welche Abgabestufen regelt die Arzneimittelpreisverordnung die Preisbildung?
Antwort
Zusatzinfo
'Besondere Leistungen' sind zusätzliche Beträge bei der Abgabe, z. B. die Notdienst- oder BtM-Gebühr. 'In Apotheken hergestellte Arzneimittel mit Apothekenabgabepflicht' sind Arzneimittel, die in der Apotheke hergestellt werden und nur über Apotheken abgegeben werden dürfen – typisch sind Rezepturen/Defekturen, außerdem Stoffe, die nur um-/abgefüllt werden.
Rechtsgrundlage: § 1 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2, §§ 4–7 AMPreisV
Welche Zuschläge und Beträge sind bei der Abgabe eines verschreibungspflichtigen Human-Fertigarzneimittels durch die Apotheke zu erheben?
Antwort
Zusatzinfo
Für saisonale Grippeimpfstoffe an Ärzte gilt ein abweichender Zuschlag je Einzeldosis mit Höchstbetrag je Verordnungszeile.
Rechtsgrundlage: § 3 Abs. 1 Satz 1–2 AMPreisV
In welchen Fällen gelten die Apothekenzuschläge der Arzneimittelpreisverordnung nicht?
Antwort
Zusatzinfo
Die Ausnahmen betreffen vor allem Abgaben im institutionellen Bereich (z. B. Krankenhausversorgung) oder spezielle Versorgungs- und Herstellkonstellationen, in denen die üblichen Apothekenzuschläge nicht greifen. Für Teilmengen und parenterale Zubereitungen gelten eigene Regelungen.
Rechtsgrundlage: § 1 Abs. 3–4 AMPreisV
Drei Ebenen AMPreisV-Systematik
Trenne in jeder Antwort strikt die drei Ebenen Großhandel (§ 2), Apotheke bei Fertigarzneimitteln (§ 3) sowie Stoffe und Rezepturen (§§ 4 bis 5), so vermeidest Du Zahlenverwechslungen in der mündlichen Prüfung.
Zentrale Apothekenformel auswendig
Lerne die zentrale Apothekenformel für verschreibungspflichtige Human-Fertigarzneimittel als geschlossenen Block: 3 Prozent vom Einkaufspreis plus 8,35 Euro Fixzuschlag plus 0,21 Euro Notdienstpauschale plus Umsatzsteuer.
Ausnahmen § 1 Abs. 3–4
Verankere die Ausnahmen des § 1 Abs. 3 bis 4 an je einem typischen Anwendungsfall (Krankenhausapotheke, Dialysearzneimittel, Impfstoffe), damit Du im Ernstfall weißt, wann die Apothekenzuschläge nicht greifen.
Parenterale Zuschläge in drei Gruppen
Für parenterale Lösungen merkst Du Dir die Beträge in drei Gruppen: die hohen Sätze (Zytostatika 90 Euro, monoklonale Antikörper), die mittleren Sätze und die einfachen Zubereitungen, jeweils mit dem passenden Anwendungsbeispiel.
Übe die besonderen Beträge getrennt
2,50 Euro Notdienstgebühr nach § 6 und 4,26 Euro nach § 7 für BtM- oder T-Rezept-Abgaben, beide dürfen, müssen aber nicht berechnet werden.
Zu diesen Themen findest Du jeweils eine eigene Seite mit Definition, Kernpunkten, Abgrenzung, typischer Prüfungsfrage und Rechtsgrundlage.
Die passenden Karteikarten zur AMPreisV stehen Dir nach der Registrierung kostenlos zur Verfügung. Im KI-Trainer im Übungsmodus kannst Du Fälle zur AMPreisV aktiv formulieren und erhältst sofort Feedback, das Dich beim aktiven Üben ergänzt. Als nächsten Schritt kannst Du das Gelernte in der Prüfungssimulation prüfungsnah anwenden.