Öffentliches Gesundheitswesen im 3. Staatsexamen Pharmazie

Das öffentliche Gesundheitswesen verbindet im 3. Staatsexamen die beiden Ebenen Bund und Länder: Bundesgesetze wie das Arzneimittelgesetz (AMG), das Apothekengesetz (ApoG) oder das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) werden im Gesundheitsbereich grundsätzlich durch die Länder vollzogen, während der Bund über seine Bundesoberbehörden und Bundesinstitute im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zentrale Fachaufgaben wahrnimmt. Für die mündliche Prüfung stehen typischerweise der Verwaltungsaufbau (oberste und höhere Landesgesundheitsbehörden, Apothekenaufsicht), die Aufgaben von BfArM, Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Robert Koch-Institut (RKI) und Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) sowie die Sonderrolle der Bundesopiumstelle und der Cannabisagentur beim BfArM im Vordergrund. Diese Seite ordnet den Stoff entlang der beiden Blöcke Verwaltungsaufbau und Zuständigkeiten sowie Bundesoberbehörden und Bundesinstitute und verweist von jedem Prüfungsblock auf die zugehörigen Karteikarten. Die zentralen Inhalte zum öffentlichen Gesundheitswesen lernst Du auf pharmatorium prüfungsnah mit kostenlosen Karteikarten.

Öffentliches Gesundheitswesen: Überblick

Die Gesundheitsverwaltung in Deutschland ist auf Bund und Länder verteilt: Oberste Bundesbehörde der Gesundheitspolitik ist das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) mit Dienstsitzen in Bonn und Berlin, ihm sind mehrere Bundesoberbehörden und Bundesinstitute nachgeordnet. Der Vollzug der Bundesgesetze im Gesundheitsbereich erfolgt jedoch grundsätzlich durch die Länder, sodass die Überwachung von Apotheken, Großhandel und Herstellern bei den nach Landesrecht zuständigen obersten und höheren Landesgesundheitsbehörden liegt. Behörden gehören zur Exekutive und wenden Gesetze im Einzelfall an: Oberste Landesgesundheitsbehörden sind typischerweise Ministerien oder Senatsverwaltungen, höhere Landesgesundheitsbehörden (z. B. Regierungspräsidium, Bezirksregierung) sind Vollzugs- und Überwachungsbehörden, die Erlaubnisse erteilen und Betriebe wie Apotheken überwachen. Zum Geschäftsbereich des BMG gehören insbesondere BfArM, PEI, RKI und BIÖG, bei ihnen sind zentrale Fachaufgaben wie Zulassung, Risikobewertung, Betäubungsmittelverkehr, Impfstoffprüfung, Infektionsschutz und Gesundheitsaufklärung angesiedelt.

Öffentliches Gesundheitswesen im Rechtsteil des 3. Staatsexamens

Im mündlichen Examen verläuft die Entscheidungskette typischerweise von der Aufgabe zur zuständigen Behörde: Geht es um Vollzug und Überwachung im Alltag (Apothekenaufsicht, Erlaubnisse, Maßnahmen vor Ort) oder um überregionale Fachaufgaben (Zulassung, Chargenfreigabe, Risikobewertung, Register)? Liegt die Zuständigkeit auf Landesebene (oberste oder höhere Landesgesundheitsbehörde) oder bei einer Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des BMG (BfArM, PEI, RKI, BIÖG)? Und welche konkrete gesetzliche Aufgabenzuweisung trägt die Tätigkeit?

  • Verwaltungsaufbau von Bund und Ländern im Gesundheitswesen
  • Landesgesundheitsbehörden und Apothekenaufsicht
  • Bundesministerium für Gesundheit und sein Geschäftsbereich
  • Bundesoberbehörden und ihre Aufgaben
  • Bundesopiumstelle und Cannabisagentur

Die folgenden Themen- und Prüfungsblöcke greifen die Aufgaben des öffentlichen Gesundheitswesens und seiner Behörden auf und verweisen auf die zugehörigen Karteikarten.

Typische Prüfungsblöcke

1

Verwaltungsebenen

Das öffentliche Gesundheitswesen ist nach Bund, Ländern und Kommunen gegliedert. Die Ebenen erfüllen jeweils eigene, gesetzlich zugewiesene Aufgaben.

2

Gewaltenteilung und Gesundheitsbehörden

Die Gesundheitsverwaltung ist Teil der Exekutive und an das Prinzip der Gewaltenteilung gebunden. Gesetzgebung und Vollzug sind streng zu trennen.

3

Bundesministerium für Gesundheit

Das BMG ist für die Gesundheitspolitik des Bundes zuständig und übt die Rechts- und Fachaufsicht über die Bundesoberbehörden im Geschäftsbereich aus. Es initiiert Gesetzgebungsverfahren im Gesundheitsressort.

4

Apothekenüberwachung

Die Überwachung öffentlicher Apotheken erfolgt durch die nach Landesrecht zuständigen Behörden. Die zuständige Stelle unterscheidet sich je nach Bundesland.

5

Landesgesundheitsbehörden

Die Länder gliedern ihre Gesundheitsverwaltung typischerweise in oberste, höhere und untere Behörden. Die konkrete Aufgabenverteilung variiert zwischen den Ländern.

6

Bundesoberbehörden im BMG-Geschäftsbereich

Dem BMG sind vier Bundesoberbehörden nachgeordnet: BfArM, PEI, RKI und BIÖG. Sie erfüllen eigenständige Fachaufgaben in Arzneimittelsicherheit, Infektionsschutz und Gesundheitsaufklärung.

7

BfArM und Bundesopiumstelle

Das BfArM ist für Zulassung und Überwachung von Arzneimitteln und Medizinprodukten zuständig. Die Bundesopiumstelle beim BfArM überwacht Betäubungsmittel und Grundstoffe.

8

Cannabisagentur beim BfArM

Die Cannabisagentur steuert Anbau und Abgabe von medizinischem Cannabis aus deutschem Anbau. Sie schließt Verträge mit zugelassenen Anbaupartnern.

9

PEI und RKI

Das Paul-Ehrlich-Institut ist Bundesoberbehörde für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel. Das Robert Koch-Institut ist die zentrale Einrichtung des Bundes für den Infektionsschutz.

10

BfArM-Register und Informationsangebote

Das BfArM betreibt öffentlich zugängliche Register, etwa zu Arzneimittelzulassungen, klinischen Prüfungen und Lieferengpässen. Diese Angebote sind für Praxis und Prüfungsrecherche relevant.

Typische Prüfungsfragen zum öffentlichen Gesundheitswesen

  1. 1Welche Verwaltungsebenen prägen das staatliche Gesundheitswesen in Deutschland?
  2. 2Zu welcher Staatsgewalt gehören Behörden und was ist ihre Kernaufgabe?
  3. 3Welche Rolle hat das Bundesministerium für Gesundheit in der Bundesverwaltung?
  4. 4Wer ist für die Überwachung von Apotheken zuständig (z. B. bei Versandhandel und Arzneimittelverkehr)?
  5. 5Was ist eine oberste Landesgesundheitsbehörde und welche typischen Aufgaben hat sie?
  6. 6Was ist eine höhere (obere/mittlere) Landesgesundheitsbehörde und welche Aufgaben sind typisch?
  7. 7Welche Bundesoberbehörden und Bundesinstitute gehören zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit?
  8. 8Welche Kernaufgaben hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)?

Beispielkarten

Frage

Welche Verwaltungsebenen prägen das staatliche Gesundheitswesen in Deutschland?

Antwort

  • Bundesebene
  • Landesebene

Zusatzinfo

Der Vollzug von Bundesgesetzen im Gesundheitsbereich erfolgt grundsätzlich durch die Länder, soweit nichts anderes bestimmt ist

Rechtsgrundlage: Art. 83 GG

Frage

Welche Kernaufgaben hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)?

Antwort

  • Zulassung/Registrierung bestimmter Arzneimittel
  • Risikoerfassung und Risikobewertung bei Arzneimitteln und Medizinprodukten
  • Überwachung des Betäubungsmittel- und Grundstoffverkehrs (Bundesopiumstelle)
  • Herausgabe medizinischer Kodiersysteme (z. B. ATC/DDD)
  • Dienstorte in Bonn und Köln

Zusatzinfo

Die Kernaufgaben umfassen u. a. Zulassung/Registrierung sowie Risikoerfassung/-bewertung und die Überwachung des Betäubungsmittelverkehrs. • ATC = Anatomisch-Therapeutisch-Chemische Klassifikation (System zur Einordnung von Arzneistoffen nach Organ/Wirksystem und Wirkstoffgruppe). • DDD = Defined Daily Dose = definierte Tagesdosis (statistische Rechengröße: angenommene mittlere Erhaltungsdosis pro Tag für die Hauptindikation bei Erwachsenen)

Rechtsgrundlage: § 77 AMG, § 42 Abs. 2 AMG, § 39 MPDG

Frage

Wer ist für die Überwachung von Apotheken zuständig (z. B. bei Versandhandel und Arzneimittelverkehr)?

Antwort

  • Die jeweils zuständigen Landesbehörden/Überwachungsbehörden
  • Zuständigkeit richtet sich nach Landesrecht (Apothekenaufsicht vor Ort)

Zusatzinfo

Für den Inhalt/Überwachung im Versandhandelsbereich sind die nach Landesrecht zuständigen Stellen verantwortlich, das BfArM ist hierfür keine Überwachungsbehörde

Rechtsgrundlage: Art. 83 GG

Wie Du das öffentliche Gesundheitswesen für das Staatsexamen lernst

1

Gesetzgebung und Vollzug trennen

Bundesgesetze im Gesundheitsbereich werden grundsätzlich durch die Länder ausgeführt (Art. 83 GG), „zuständige Behörde" in AMG, ApoG und ApBetrO meint daher in der Praxis die nach Landesrecht bestimmten Landesbehörden.

2

Vier BMG-Bundesoberbehörden als Block

Lerne die vier Bundesoberbehörden und Bundesinstitute des BMG als festen Block (BfArM, PEI, RKI, BIÖG) und verknüpfe jede Einrichtung mit ihren Kernaufgaben aus den Karteikarten.

3

Doppelrolle des BfArM merken

klassische Arzneimittel- und Medizinprodukte-Aufgaben einerseits (§ 77 AMG, § 39 MPDG) und betäubungsmittelrechtliche Aufgaben über die Bundesopiumstelle andererseits (§ 5b BtMVV, § 3a AMVV), ergänzt um die Cannabisagentur nach §§ 4, 7 MedCanG.

4

Ordne die Landesbehörden nach Ebenen

Die oberste Landesgesundheitsbehörde ist in der Regel das zuständige Ministerium oder in Stadtstaaten die Senatsverwaltung. Der Vollzug liegt bei den nach Landesrecht zuständigen Behörden. Das können je nach Bundesland zum Beispiel Regierungspräsidien, Bezirksregierungen, Landesämter, Kreise, kreisfreie Städte oder Kammern sein.

5

BfArM-Register als Klassiker

Versandhandelsregister mit EU-Sicherheitslogo (§ 67 Abs. 8 AMG), Arzneimittelinformationssystem (§ 67a AMG, AMIce/PharmNet.Bund), ATC/DDD-Klassifikation und Packungsgrößen N1 bis N3 (§ 73 Abs. 8 SGB V, § 1 PackungsV).

Vertiefungsthemen

Zu diesen Themen findest Du jeweils eine eigene Seite mit Definition, Kernpunkten, Abgrenzung, typischer Prüfungsfrage und Rechtsgrundlage.

Öffentliches Gesundheitswesen prüfungsnah lernen

Die passenden Karteikarten zum öffentlichen Gesundheitswesen stehen Dir nach der Registrierung kostenlos zur Verfügung. Im KI-Trainer im Übungsmodus kannst Du Fälle zum öffentlichen Gesundheitswesen aktiv formulieren und erhältst sofort Feedback, das Dich beim aktiven Üben ergänzt. Als nächsten Schritt kannst Du das Gelernte in der Prüfungssimulation prüfungsnah anwenden.

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