Mini-Fall
Eine Apotheke bezieht einen Wirkstoff mit Prüfzertifikat eines Lieferanten. Der Prüfer fragt Dich, ob die Apotheke den Stoff ohne weitere eigene Prüfung unmittelbar für die Rezepturherstellung verwenden darf.
Musterantwort
Nein. Liegt ein Prüfzertifikat nach § 6 Abs. 3 ApBetrO vor, muss die Apotheke bei bezogenen Ausgangsstoffen nach § 11 Abs. 2 ApBetrO jedenfalls mindestens die Identität feststellen. Erst dann darf der Stoff verwendet werden. Zudem bleibt die Verantwortung des Apothekenleiters für die ordnungsgemäße Qualität unberührt.
Typische Falle oder Verwechslungsgefahr
Ein häufiger Fehler ist die Aussage, ein Prüfzertifikat ersetze jede Prüfung in der Apotheke vollständig. Das ist unzutreffend. Bei bezogenen Ausgangsstoffen mit Prüfzertifikat verlangt § 11 Abs. 2 ApBetrO gerade noch die Identitätsfeststellung in der Apotheke.
Maßgeblich sind vor allem § 11 ApBetrO für die Prüfung der Ausgangsstoffe, § 6 Abs. 1 und 3 ApBetrO für die entsprechend anwendbaren Prüfungsgrundsätze, § 16 ApBetrO für die gesonderte Lagerung bei noch nicht festgestellter Qualität und § 22 ApBetrO für die Aufbewahrung der Aufzeichnungen. Die ApBetrO ist auf gesetze-im-internet in der Fassung ausgewiesen, die zuletzt durch Gesetz vom 12. Dezember 2023 geändert wurde.
Die passenden Karteikarten zu Prüfung von Ausgangsstoffen nach § 6 und 11 ApBetrO stehen Dir nach der Registrierung kostenlos zur Verfügung. Im KI-Trainer im Übungsmodus kannst Du Fälle zu Prüfung von Ausgangsstoffen nach § 6 und 11 ApBetrO aktiv formulieren und erhältst sofort Feedback, das Dich beim aktiven Üben ergänzt. Als nächsten Schritt kannst Du das Gelernte in der Prüfungssimulation prüfungsnah anwenden.